Private Equity Deal

Die Konsolidierung der IT-Security setzt sich fort. Jüngstes Opfer: Proofpoint. Für 12,3 Mrd. USD stimmte das Cyber-Sicherheitsunternehmen aus Sunnyvale, Kalifornien, der Übernahme durch den auf Tech-Unternehmen spezialisierten Kapitalgeber zu. Die Übernahme ist damit der größte Private-Equity-Cloud-Deal in der Geschichte und löst die 11 Mrd.-Übernahme von Ultimate Software 2019 ab.

Proofpoint ist nicht allein unter dem neuen Dach. In der Vergangenheit zählte Thoma Bravo bereits Unternehmen wie Riverbed oder Blue Coat zu seinem Portfolio. Aktuell gehören u. a. Barracuda, McAfee, Sophos oder die kürzlich zu trauriger Berühmtheit gelangten Solarwinds zur Familie.

Proofpoint ist spezialisiert auf Email-Sicherheit und bietet als Security-Dienstleister erweiterten Schutz vor Bedrohungen am Desktop inkl. Awareness-Schulungen. Zu den Mitbewerbern zählen u.a. Mimecast, Symantec und Trend Micro – aber auch Barracuda und Sophos. Aktuell betont der Investor, dass Proofpoint sein Geschäft unverändert weiterführen wird und auch das Headquarter in Sunnyvale bleibt.

Dennoch bleibt abzuwarten, welche Auswirkungen die Akquisition auf laufende Verträge und das künftige Wachstum haben wird. Nicht selten verschlechtern sich nach solchen Übernahmen Kundenservice und Unternehmenskultur. Die Fluktuation steigt, Investitionen ins Unternehmen und Innovationsfähigkeit sinken. Investoren wie Thoma Bravo haben oft nur ein Ziel: Profitabilität steigern, um das Unternehmen später zu einem höheren Preis wieder zu verkaufen und für den potentiellen Käufer wertvoller zu machen. Ein Blick in die Historie scheint das zu bestätigen. Ob der Plan aufgeht bezweifeln wir bei data://disrupted®. Der Markt ist zu sehr umkämpft und Proofpoint bietet unserer Meinung nach aktuell kein echtes Alleinstellungsmerkmal.

Die Übernahme soll noch dieses Jahr abgeschlossen werden – wenn keine höheren Angebote mehr abgegeben werden und vorbehaltlich der Zustimmung der Proofpoint-Aktionäre sowie der Erteilung aller behördlichen Genehmigungen.