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Storage, Quo Vadis? – Ein Blick in die Glaskugeln von Qumulo, Toshiba und diversen Analysten

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Die Menge der gespeicherten Daten wächst. Nach Einschätzungen der Analysten von IDC wird die weltweite Datenmenge bis 2024 auf 143 Zettabyte anwachsen. IDC hat bereits im Dezember 2020 dazu 261 deutsche Organisationen mit mehr als 100 Mitarbeitern befragt. Die Antworten stützen die Prognose. Knapp ein Drittel der befragten Unternehmen verzeichneten ein jährliches Datenwachstum zwischen 31 und 60 Prozent, weitere 6 Prozent sogar deutlich mehr. Bei den Daten handelt es sich sowohl um Daten aus vorhandenen als auch neuen Workloads sowie neuen Datentypen und Daten aus zusätzlichen Quellen.

Das wiederum unterstützt die Annahmen von Qumulo. Dort geht man von einem Wachstum vor allem unstrukturierter Daten aus. Die Vereinfachung des Datenzugriffs und -managements – nicht zuletzt durch den steigenden Fokus auf Cloud-Infrastruktur – treiben Innovation voran, was wiederum zu weiteren Daten führen dürfte. Bill Richter, CEO von Qumulo, ist sicher, dass unstrukturierte Daten “die Grundlage für die Entwicklung des Impfstoffs für COVID-19, der Entstehung von Leinwanderfolgen und für die Automatisierung von Autos” sind.

Der Wachstum bei unstrukturierten Daten wird neue Anforderungen an die Speicherung, Verfügbarkeit und das Management der Informationen stellen. Qumulo sagt dazu voraus:

  • Workloads werden auf die Cloud angewiesen sein.
  • Unstrukturierte Daten werden eine zentrale Rolle bei der Bewältigung der globalen Lieferkettenherausforderung spielen.
  • Die Überschneidung von Biowissenschaften und Gesundheitswesen wird das Wachstum unstrukturierter Daten vorantreiben.
  • Die Nutzung der Daten wird entscheidend für die Differenzierung und den Wettbewerbsvorteil von Unternehmen.
  • Innovation bei Business Continuity und Desaster Recovery werden zu kaufentscheidenden Kriterien.

Besonders weit aus dem Fenster lehnen sich die Kollegen mit ihren Thesen nicht. Dass mehr und mehr Workloads und Daten in die Cloud wandern, ist kaum noch aufzuhalten. Probleme mit Daten zu lösen, ist auch nichts Neues. Dass im Fall der Lieferengpässe Daten helfen können, Lücken zu schließen, Routen und Prozesse zu optimieren oder die Produktion besser auszulasten, ist das Naheliegende. Biotechnologie und Gesundheitswesen wurden schon länger als die heißesten Kandidaten für einen sechsten Kondratjew-Zyklus gehandelt – dank einer Pandemie rückte der Sektor auch tatsächlich in den globalen Fokus. “Wissen ist Macht” wußte Philosoph Francis Bacon schon im 16. Jahrhundert. Und spätestens seit Rubrik wissen Unternehmen, dass sie vor von Ransomware verursachten Ausfällen oder Datenverlust keine Angst mehr haben müssen. Und auch sonst hat der Spezialist für Cloud Data Management aus Palo Alto sowohl Backup als auch Disaster Recovery ziemlich komplett neu erfunden und alle anderen Hersteller auf diesem Gebiet gründlich das Fürchten gelehrt.

Die Zukunft der HDD

Auch bei Toshiba geht man davon aus, dass die Bedeutung großer Online-Storages zunimmt. Und obwohl man davon ausgeht, dass im Consumer-Bereich die SSD bald die HDD verdrängt haben wird, werden Hersteller im Billigsegment weiter auf drehenden Rost setzten. Auch zur Speicherung großer Datenmengen werden HDDs noch eine Weile unverzichtbar bleiben.

Das stützt Forbes anhand der Zahlen aus dem Quartalsberichtes von Digital Storage Technology Newsletter und fasst es in einem Artikel zusammen. Demzufolge ist die Gesamtzahl der HDD-Lieferungen im Jahr 2021 im Vergleich zu 2020 um etwa 2 % gesunken. Das wäre ein geringerer Rückgang der jährlichen Liefermengen als in den vergangenen Jahren. Außerdem gaben sowohl Seagate als auch Western Digital (WDC) an, dass sie aufgrund von Problemen in der Lieferkette nicht in der Lage waren, mehr Produkte auszuliefern. Bei den Zahlen wurde jedoch die Gesamtmenge ausgelieferter Festplatten betrachtet. Das beinhaltet auch das Consumer-Segment. Im B2B ging der Verkauf von Hochleistungs-HDDs um 7,9 % und der von Nearline-HDDs um 4,6 % zurück – diese Zahlen beziehen sich allerdings nur auf das Q2. Zahlen für das komplette Jahr 2021 lagen wohl nicht vor.

Gründe für den geringen Rückgang gibt es genug. Toshiba weiß z. B., dass sich Netzwerkspeicher als Alleskönner wachsender Beliebtheit erfreuen. Mit Nearline-SAS erhalten Sparfüchse zudem leistungsfähigen Storage zu moderaten Konditionen. Das deutet tatsächlich eher auf ein Revival denn den schnellen Tod der HDD hin.

Der Markt für Videoüberwachung boomt und es gibt immer mehr Anwendungen in diesem Bereich. Leistungsfähigere KI garantiert eine bessere Auswertung und ist selbstverständlich auch datenhungriger. Dabei stellen sowohl Speicherung als auch Workloads ganz besondere Anforderungen, die besser von einer HDD erfüllt werden können. Dazu zählt vor allem ein 24/7-Betrieb mit wechselnden Schreib- und Leselasten bei höchster Zuverlässigkeit und einer möglichst langen Lebensdauer.

Als weiteren Grund für den andauernden Erfolg der HDD gibt Toshiba die technologischen Innovationen der vergangenen Jahre an. Erst kürzlich gab das Unternehmen Details zu einem neuen MAMR-Verfahren bekannt. Wir berichteten im Podcast kurz darüber. Für Boston Server & Storage Solutions erklärte Rainer Kaese in einem Webinar die Details.

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Und was macht derweil die SSD?

Der Markt für SSD wächst und gedeiht. Der stagnierende Preisverfall dürfte dennoch eher der HDD unter den Schreibarm greifen. Als Gründe für den geringer ausfallenden Preisverfall nennen die Kollegen von Trendforce die gestiegene Nachfrage nach PCIe-3.0-Produkten und die Sperrung von Xi’an. Letzteres dürfte – wenn überhaupt – nur kurzfristig eine Rolle spielen. Laut Trendforce erwartet man auch, dass im 1Q22 die Vertragspreise für Server-SSDs um 3-8% bzw. 10-15% bei NAND-Flash-Wafern jeweils im Vergleich zum Vorjahresquartal sinken werden. Das entspricht den früheren Erwartungen.

Fazit

Der Markt überrascht nicht. Breaking News sind jetzt auch eher nicht zu erwarten. Alles wächst gemächlich vor sich hin – selbst die Bandtechnologie. Überraschungen erwarten wir eher in den Bereichen Datenmanagement und Multi-Cloud. Für die Physik darunter wird’s wohl noch eine Weile nur bei schneller, größer, länger bleiben.

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