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Technologie aus Osteuropa: Storage

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In diesem Teil unserer Serie Technologie aus Osteuropa geht es nicht um ein Land sondern um Technologie: Storage und Data Management.

Oft wird die Innovationskraft der Anbieter aus den Ländern jenseits von Oder und Neiße von deutschen Unternehmen unterschätzt. Dabei muß sich die Technologie überhaupt nicht verstecken. Oft verfolgen die Entwickler neue Ansätze und bieten nicht nur preislich echte Alternativen zu den alteingesessenen Platzhirschen. Wir unterstützen die aufstrebenden Unternehmen und stellen regelmässig neue oder unbekanntere Firmen und Technologie vor.

Inhalt:


🇪🇪 Estland

Storadera

Storadera ist ein Anbieter von S3-kompatiblen Objektspeicher in der Cloud. Das Unternehmen überzeugt mit einem einfachen Preismodell und ist GDPR-compliant.

Das estnische Startup wurde 2019 gegründet und entstand aus einem praktischen Bedarf heraus. So stehen tatsächlich die Anwender im Fokus der Entwicklung. Mit einem Preis von 6 Euro pro TB gehört das Unternehmen zu den günstigsten Anbietern überhaupt.

Ein weiteres Markenzeichen der innovativen Entwickler um Gründer und CEO Tommi Kannisto ist Nachhaltigkeit. Darauf achten die Esten auch bei der Auswahl ihrer Partner. Das Rechenzentrum von Greenergy ist das energieeffizienteste und sicherste Rechenzentrum im Baltikum.


🇧🇬 Bulgarien

StorPool

StorPool Storage hat ein verteiltes Filesystem entwickelt mit dem Anspruch, Unternehmen eine bezahlbare Alternative zu teuren All-Flash-Arrays (AFA) zu bieten. Die Lösung ist eine zuverlässige Plattform für geschäftskritische Workloads mit niedriger Latenz und vielen IOPS.

StorPool Datenbank Benchmark
Benchmark aus dem 2022 Public Cloud Performance Measurement Report von StorPool

In Benchmarks beweist das Unternehmen immer wieder, der schnellste softwaredefinierte Blockspeicher im Vergleich zu z. B. großen Cloud-Plattformen zu sein. Davon profitieren vor allem Service Provider, Unternehmen mit großen Transaktionsdatenbanken wie Finanzdienstleister, eCommerce-Anbieter oder Buchungsplattformen sowie SaaS-Provider, aber auch Anwendungen wie eine virtuelle Desktop-Infrastruktur (VDI).

Das organisch wachsende Unternehmen um Co-Founder und CEO Boyan Ivanov hat seine Software von Grund auf neu entwickelt und ganze Domänen neu gestaltet. Dazu gehören u. a. ein eigenes On-Disk-Format sowie Block-Protokoll inkl. Netzwerk-Layer, Quorum-Verwaltung, und einiges mehr.

Tiger Technology

Die Lösung von Tiger Technology vereinheitlicht die Verwaltung von lokal und in der Cloud gespeicherten Daten. Lokale Daten können zudem kontinuierlich an einem Cloudziel gesichert werden. Die Software ermöglicht so nicht nur unterbrechungsfreies Arbeiten sowie die sofortige Wiederherstellung von Daten im Katastrophenfall. Die Daten können auch für Cloud-Workloads genutzt werden. Mit dem intelligenten Tiering werden Daten je nach Nutzung automatisch einem Tier zugeordnet oder in kostengünstigen Cloud-Speichern wie Microsoft Azure Cool & Archive oder Amazon S3 Glacier archiviert.

Das Unternehmen wurde bereits 2003 gegründet. Zu den Partnern gehören neben den großen Cloudprovidern (AWS, Azure, GCS) auch Wasabi, Backblaze und die IBM-Cloud. Das Unternehmen bietet ein einfaches Pay-as-you-grow-Preismodell. Die Preise starten ab 3€/TB pro Monat – zzgl. den Kosten, die bei den Cloud-Providern anfallen. Das erste TB im Monat ist für die Tiger Bridge jeweils kostenlos, was es besonders für KMU interessant macht.

Tiger Box 1U8 (Quelle: Tiger Technology)​

Neben unterschiedlichen reinen Software-Lösungen bietet Tiger Technology auch Appliances für die Tiger Bridge sowie Metadatencontroller an. Die Lösungen sind besonders gut für Medien & Entertainment, Surveillance oder Health Care geeignet. KMU ohne eigene RZ-Kapazität profitieren ebenfalls von den preiswerten Produkten und können auf einfache Weise Cloudservices in ihre Strategie integrieren. Im Blog der auf Datenmanagement, Backup und Disaster Recover spezialisierten Firma gibt es viele nützliche Informationen. U. a. wird Disaster Recovery as a Service (DRaaS) erklärt.


🇵🇱 Polen

Xopero

Wie die bulgarischen Tiger Technology sind auch Xopero Experten für Backup. Neben der Sicherung von Servern und Endpunkten bietet das Unternehmen vor allem Datensicherung für virtuelle Maschinen (VMware) sowie SaaS- und Kollaborationsplattformen wie Microsoft 365 oder Github an. Das Xopero Cloud Management-Angebot bietet Managed Service Providern die Möglichkeit, ihr Geschäftsmodell um Cloud-Dienste zu erweitern. Nativ unterstützt der Backup- und DR-Spezialist die Wasabi-Cloud. Auf der Unternehmensseite können sich interessierte Unternehmen für einen 30-tägigen Testzeitraum registrieren.

Das Preismodell ist leicht verständlich und gut kalkulierbar. Das Unternehmen bietet lebenslange Lizenzen oder ein Abonnement-Modell. Lizenziert wird pro Gerät bzw. Benutzer. Ein Jahr Standard-Support ist inklusive.

DevOps-Orgainsationen sollten sich unbedingt die GitProtect-Lösung ansehen, um ihre Arbeit zu schützen.

GitProtect ist ein einfach zu verwaltendes Backup für GitHub, Bitbucket, GitLab, Jira u. a. (Quelle: Xopero)

Die 2009 gegründete Xopero ist Teil der slowakischen ESET Technology Alliance.

LizardFS

LizardFS ist ein von GoogleFS inspirierter verteilter, skalierbarer, fehlertoleranter und hochverfügbarer Software Defined Storage mit einheitlichem Namensraum für Unix-, Linux- und Windows-Systeme. Metadaten und Daten werden getrennt gespeichert.

Architektur LizardFS
Metadaten werden auf Masterservern, die Daten selbst auf Chunkservern gespeichert. (Quelle: LizardFS)

LizardFS nutzt Erasure Coding und läuft auf Standard-Hardware läuft. Große Datenmengen können mit der integrierten Snapshot-Funktion kopiert werden. LizardFS unterstützt zudem Georeplikation von Daten zwischen Rechenzentren an unterschiedlichen geografischen Standorten.

LizardFS ist besonders gut für die Branchen Medien (z. B. in der Postproduction), Telekommunikation, Forschung & Lehre sowie Banken und Versicherungen geeignet.

MooseFS

MooseFS ist wie LizardFS ein ein fehlertolerantes verteiltes Filesystem. Das 2010 gegründete Unternehmen ist ein Spin-off von Gemius und entstand aus einem konkreten Bedarf heraus. MooseFS ermöglicht Datenspeicherung und -verarbeitung von Big-Data in einer einzigen Einheit. Die Open-Source-Software läuft auf Standard-Hardware und steht sowohl als Professional Version mit Support als auch kostenlos zur Verfügung. Die Professional Version enthält zusätzliche Funktionen wie Erasure Coding und einen nativen Windows-Client. Lizenzkosten fallen nur beim Erwerb einmalig an.

Gemius gehört mit der Erfassung und Verarbeitung von über 300 000 Ereignissen pro Sekunde jeden Tag 24h lang nach wie vor zu den Top-Use-Cases von MoosFS. Das Unternehmen stellt Daten sowie Werkzeuge für u. a. Webanalyse, Online-Kampagnenmanagement und Adserving bereit.

DAST

DAST unterstützt Unternehmen bei der Digitalisierung ihrer Dokumente. Das Unternehmen holt die Dokumente ab, scannt sie, archiviert und indexiert die Daten. Neben dem Aufbau eines digitalen Dokumentenarchivs bietet das Unternehmen auch die Aufbewahrung der Papiere an und übernimmt das Dokumenten-Lifecycle-Management. Der Preis beträgt 40 PLN (ca. 8,50 EUR) pro Monat pro Meter aneinandergereihter Aktenordner bzw. Kartons inkl. 24/7-Zugang zu elektronischen Dokumenten und Aufbewahrung von Papierdokumenten im Archiv.

Für die Archivierung klassifizierter Dokumente ist DAST nicht geeignet.


🇸🇮 Slowenien

DATANA by BioSistemika

DATANA ist ein von der EU gefördertes Projekt von BioSistemika. Der patentierte Datenkodierungsalgorithmus und das firmeneigene Liquid-Handling-System ermöglichen das Schreiben von DNA-Daten zu den Kosten und mit der Geschwindigkeit von aktuell verfügbaren Technologien – bei wesentlich höherer Datendichte, Stabilität und Nachhaltigkeit.

BioSistemika entwickelt hochwertige Software für Laborgerätehersteller, Labore und Softwareanbieter und ist spezialisiert auf die Digitalisierung von Laboren.

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